Worst-Case-Szenario im HomeLab: Proxmox Backup Server mit ZFS richtig testen

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Worst-Case-Szenario im HomeLab: Proxmox Backup Server mit ZFS richtig testen

Einleitung

Ich spreche in meinen Videos und Blogbeiträgen oft über Backups, Redundanz und saubere HomeLab-Setups. Aber ganz ehrlich: Backups zu haben bringt nur dann wirklich etwas, wenn man den Worst Case auch einmal realistisch testet. Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Was passiert, wenn:

  • die Hardware komplett ausfällt?
  • ein NAS abraucht?
  • ein ZFS-Pool plötzlich nicht mehr verfügbar ist?

Ich zeige hier Schritt für Schritt, wie ich ein solches Worst-Case-Szenario mit einem Proxmox Backup Server (PBS) und ZFS simuliert und erfolgreich wiederhergestellt habe – inklusive Import eines bestehenden ZFS-Pools und dem Austausch einer defekten Festplatte.


Ausgangssituation: Mein HomeLab-Setup

In meinem Setup läuft ein Großteil der Infrastruktur auf einem UGREEN DXP 8800 Plus (8-Bay NAS).

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Darauf befindet sich unter anderem:

  • Proxmox
  • eine virtuelle Maschine mit Proxmox Backup Server
  • zwei per PCI-Passthrough durchgereichte HDDs
  • darauf ein ZFS-Mirror-Pool für die Backups

Zusätzlich habe ich ein zweites System, ein DXP 4800 Plus (4-Bay NAS), das im Ernstfall als Ersatz dienen kann.

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Das Ziel dieses Tests:

Was passiert, wenn das 8-Bay-NAS komplett ausfällt – und wie komme ich wieder an meine Backups?


Szenario 1: Totalausfall der Hardware

Annahme

Das komplette Hauptsystem ist defekt. Mainboard, Netzteil – egal. Die Festplatten sind aber noch intakt.

Vorgehen

  1. Ich baue die beiden ZFS-Festplatten aus dem 8-Bay-NAS aus.
  2. Die Platten stecke ich in das 4-Bay-NAS.
  3. Auf dem neuen System installiere ich Proxmox.
  4. Anschließend setze ich einen neuen Proxmox Backup Server als VM auf.

Die ursprüngliche PBS-Konfiguration habe ich bewusst nicht gesichert, um ein realistisches Worst-Case-Szenario zu simulieren.


ZFS-Pool importieren

Nach der frischen Installation des Proxmox Backup Servers sind die Festplatten zwar sichtbar, aber:

  • kein Datastore
  • kein eingebundener ZFS-Pool

ZFS-Pool finden

In der PBS-Shell führe ich folgenden Befehl aus:

zpool import

Damit wird mir der vorhandene ZFS-Pool angezeigt.

Pool importieren

Der Import erfolgt mit:

zpool import -f zfspool

(„zfspool“ natürlich durch den eigenen Poolnamen ersetzen.)

Danach ist der Pool im System verfügbar, aber noch nicht als Datastore eingebunden.


Datastore wiederherstellen

Jetzt kommt der entscheidende Punkt:

  1. In der PBS-Weboberfläche gehe ich auf Add Datastore
  2. Name: identisch zum alten Datastore
  3. Pfad:

/mnt/datastore/zfspool

  1. Unter Advanced aktiviere ich:

Reuse existing datastore

Nach dem Hinzufügen erscheint:

  • der alte Datastore
  • inklusive aller Backups

Die virtuelle Maschine ist sofort wieder verfügbar.

Ergebnis:

➡️ Vollständige Wiederherstellung der Backups – ohne vorherige Konfigurationssicherung.


Szenario 2: Ausfall einer einzelnen Festplatte

Jetzt wird es noch realistischer.

Simulation

  • Eine der beiden ZFS-Platten wird entfernt
  • Der Pool ist anschließend degraded

Der Proxmox Backup Server meldet beim Start:

One or more devices could not be used


Defekte Platte ersetzen

Alte Platte entfernen

Zunächst ermittele ich die ID der Platte, die nicht mehr erreichbar ist.

zpool status -g zfspool

Neue Platte einbinden

  1. Neue HDD physisch einsetzen
  2. Per Passthrough an die PBS-VM durchreichen
  3. Disk-ID ermitteln:

ls -l /dev/disk/by-id/

Pool reparieren

Jetzt ersetze ich die defekte Platte durch die neue:

zpool replace zfspool <alte-disk-id> <neue-disk-id>

Falls auf der neuen Platte noch Daten liegen:

  • entweder per Shell löschen
  • oder komfortabel über die Weboberfläche Wipe Disk

Danach den Befehl erneut ausführen.


Resilvering & Abschluss

Nach kurzer Zeit startet das Resilvering.

Mit:

zpool status zfspool

lässt sich der Fortschritt prüfen.

Nach Abschluss:

  • Pool Status: ONLINE
  • Keine Fehler
  • Alle Backups vollständig vorhanden

Fazit: Warum dieser Test extrem wichtig ist

Dieser Test zeigt sehr deutlich:

  • Backups ohne Wiederherstellungstest sind wertlos
  • ZFS ist extrem robust und flexibel
  • Ein Proxmox Backup Server mit ZFS ist absolut worst-case-tauglich

Selbst bei:

  • kompletter Hardware-Zerstörung
  • Neuinstallation ohne Konfigurationssicherung
  • Ausfall einzelner Festplatten

konnte ich meine Backups vollständig und sauber wiederherstellen.


Meine Empfehlung

Wenn du ein HomeLab betreibst:

  • teste mindestens einmal dein Worst-Case-Szenario
  • simuliere Hardware-Ausfälle
  • überprüfe, ob du wirklich wieder an deine Daten kommst

Denn genau dann, wenn es darauf ankommt, willst du keine Experimente mehr machen.


Wenn du weitere Beiträge rund um Proxmox, ZFS, Backups und saubere HomeLab-Architekturen suchst, schau gern auf meinem YouTube-Kanal Smart Home & more vorbei.

Über den Autor

Tobias Lerch betreibt Smart Home & more – praxisorientierte Anleitungen zu Home Assistant, Proxmox, NAS, EVCC, Netzwerk und Camping-Technik. Alles aus eigener Erfahrung, ohne Marketingsprache.