UGREEN DXP4800GT im Test: Ein NAS, das ins Home-Lab schielt

ECC-RAM, U.2-Speicher und 2x 10 Gigabit Ethernet: Warum das UGREEN DXP4800GT gezielt ins Home-Lab schielt – mein Test.

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Werbung: Das Testgerät wurde mir von UGREEN kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag gibt meine eigene Meinung wieder.

Mit dem UGREEN DXP4800GT hat mir UGREEN mal wieder etwas Neues zugeschickt – und diesmal fällt schon beim Auspacken auf, dass etwas anders ist. Nicht nur die Farbe des Gehäuses sticht heraus, auch die inneren Werte weichen von dem ab, was man aus dieser Geräteklasse gewohnt ist.

Der Namenszusatz verrät es bereits: Das DXP4800GT trägt ein „GT“ am Ende, und dieses Kürzel steht hier für ein paar Features, die ein klassisches NAS so meist nicht mitbringt. Aus meiner Sicht rückt UGREEN das Gerät damit ein gutes Stück in Richtung semi-professioneller und Home-Lab-Nutzer.

Vier Laufwerksschächte – zwei davon nehmen auf Wunsch U.2-SSDs auf.
Vier Laufwerksschächte – zwei davon nehmen auf Wunsch U.2-SSDs auf.

ECC-RAM: Der stille Wunsch vieler Zuschauer

Angefangen hat meine Entdeckungsreise im BIOS – und da sehe ich auf einmal: ECC-RAM. Also Arbeitsspeicher mit Fehlerkorrektur, der aktiv unterstützt wird. Die verbaute AMD-CPU ließe das grundsätzlich vermuten, trotzdem war ich überrascht, weil UGREEN mir davon zunächst gar nichts erzählt hatte.

Ich habe also direkt bei meinem Kontakt nachgehakt: Wird ECC-RAM wirklich unterstützt? Die Antwort war ja – aber das wollte ich selbst überprüfen. Passenden Speicher hatte ich nicht zur Hand; danke an meinen Kollegen Fabian, der mir kurzerhand einen ECC-Riegel ausgeliehen hat. Eingebaut, sofort erkannt – ECC-RAM läuft.

Der Beweis im BIOS: DRAM ECC Enable steht auf „Enabled“.
Der Beweis im BIOS: DRAM ECC Enable steht auf „Enabled“.

U.2-Schächte: Profi-Speicher im Home-Lab

Doch UGREEN legt noch einen drauf. Zwei der vier Laufwerksschächte können zusätzlich sogenannte U.2-Festplatten aufnehmen – schnelle SSDs, die man im Konsumerbereich praktisch gar nicht findet. Sie lassen sich zusammen mit den verbauten M.2-NVMes im RAID verbinden, und ihr seid völlig frei in der Kombination: zwei klassische HDDs und zwei U.2-SSDs im Hybridbetrieb, ganz wie ihr wollt.

Wie gut sich ein UGREEN-NAS im Home-Lab schlägt, habe ich übrigens schon beim DXP4800 Pro als Proxmox Backup Server gezeigt.

Anschlüsse: Zweimal 10 Gigabit ab Werk

Auch die Rückseite hält eine Überraschung bereit. Die beiden RJ45-Ports sind erst einmal nichts Besonderes – bis man merkt, dass es sich um zweimal 10 Gigabit Ethernet handelt. Damit sind Failover, Bonding und Co. problemlos möglich. Dazu kommen USB 2.0, USB 3.2 und ein 4K-HDMI-Ausgang.

Rückseite mit 2× 10-Gigabit-Ethernet, HDMI und USB.
Rückseite mit 2× 10-Gigabit-Ethernet, HDMI und USB.

Software: Überwachung als neues Highlight

Ein Blick ins App Center lohnt sich, denn dort gibt es etwas Neues: das Thema Überwachung. Ihr könnt beliebige Kameras per RTSP oder ONVIF einbinden. Praktisch: Es ist direkt eine Intelligenz an Bord, die Ereignisse wie erkannte Personen oder Fahrzeuge auswertet. Das läuft bei mir schon eine ganze Weile und funktioniert einwandfrei.

Die integrierte Surveillance Station mit Live-Bild und automatischer Ereigniserkennung.
Die integrierte Surveillance Station mit Live-Bild und automatischer Ereigniserkennung.

Energieverbrauch: Angenehm genügsam

Gemessen über einen Smart Plug und rund fünf bis sechs Tage mit aktiver Kameraüberwachung liegt der Verbrauch im Schnitt bei 23 bis 24 Watt im Idle, mit kleinen Peaks bis 26 Watt durch die KI-gestützte Echtzeiterkennung. In der Regel bleibe ich unter 30 Watt – für ein System dieser Klasse ein wirklich brauchbarer Wert.

Der Energieverlauf über mehrere Tage, ausgewertet in Home Assistant.
Der Energieverlauf über mehrere Tage, ausgewertet in Home Assistant.

UGREEN DXP4800GT: Technische Daten im Überblick

ProzessorAMD Ryzen Embedded R2514 · 4 Kerne / 8 Threads · bis 3,7 GHz
Arbeitsspeicher8 GB DDR4 (2 Slots) · max. 64 GB · 2666 MT/s · ECC-fähig
Systemspeicher64 GB eMMC (fest verlötet)
Einschübe4× SATA (bis 32 TB je Platte) · Schacht 1 & 2 zusätzlich U.2-SSD-fähig
M.2-Slots2× M.2 NVMe
Max. Kapazitätbis 144 TB
Netzwerk2× 10 Gigabit Ethernet (RJ45) · Aggregation / Bonding
USBUSB 3.2 · USB-C (10 Gbit/s) · 2× USB 2.0
Video & Karten4K-HDMI-Ausgang · SD-3.0-Kartenleser
Leistungsaufnahmeca. 23–24 W im Idle (gemessen) · Spitzen bis 26 W
Preisca. 560 € (Angebot) · 660 € (UVP)
Herstellerangaben; Leistungsaufnahme aus eigener Messung. Ausstattung je nach Variante abweichend.

Der einzige echte Kritikpunkt

Kommen wir zum „Aber“. Was mir persönlich nicht gefällt, ist der eMMC-Speicher, auf dem das UGREEN OS liegt. Für dieses System mag das in Ordnung sein, aber ich hätte lieber eine normale, tauschbare NVMe verbaut gehabt. Mein Wunsch an die UGREEN-Ingenieure wäre also, künftig wieder auf austauschbaren NVMe-Speicher zu setzen. Der Rest passt nämlich wirklich richtig gut.

Fazit

★★★★☆ – Daumen hoch. Das DXP4800GT setzt auf etwas ältere, aber sehr solide Komponenten und bleibt dadurch halbwegs bezahlbar. Mit ECC-RAM, U.2-Anbindung und zweimal 10 Gigabit Ethernet geht UGREEN gezielt in Richtung Home-Lab – Features, die in dieser NAS-Kategorie alles andere als selbstverständlich sind. Für alle, die mit dem Kauf liebäugeln, kann ich das Gerät mit den genannten Einschränkungen klar empfehlen.

Über den Autor

Tobias Lerch betreibt Smart Home & more – praxisorientierte Anleitungen zu Home Assistant, Proxmox, NAS, EVCC, Netzwerk und Camping-Technik. Alles aus eigener Erfahrung, ohne Marketingsprache.