Home Assistant Backup richtig umsetzen – Mein vollständiger Rettungsplan für den Worst Case

Home Assistant Backup ist eines der meist unterschätzten Themen im Smart Home. Erst wenn der Server ausfällt, eine VM beschädigt ist oder eine SD-Karte den Geist aufgibt, zeigt sich, ob das eigene Backup-Konzept wirklich funktioniert.

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Warum ein Home‑Assistant‑Backup erst im Ernstfall seinen Wert zeigt

Was passiert eigentlich, wenn heute Nacht dein Home‑Assistant‑Server ausfällt? Festplatte defekt, VM gelöscht, SD‑Karte korrupt – und plötzlich ist alles weg. Automationen, Dashboards, Tokens, Integrationen. Genau dieses Szenario ist der Grund, warum ich mich intensiv mit Backups beschäftigt habe.

Viele Nutzer haben irgendwo ein Backup laufen. Aber die entscheidende Frage lautet nicht: Habe ich ein Backup? Sondern: Kann ich es im Worst Case wirklich wiederherstellen?

In diesem Beitrag zeige ich dir mein vollständiges Backup‑Konzept für Home Assistant – inklusive echter Wiederherstellung auf neue Hardware. Kein Theorie‑Artikel, sondern ein praxisnaher Leitfaden, der sich an genau dem orientiert, was im Ernstfall zählt.


Die 3‑2‑1‑Regel – Fundament jedes seriösen Backup‑Konzepts

Bevor wir über Home Assistant sprechen, müssen wir über das Grundprinzip reden. Die 3‑2‑1‑Backup‑Regel ist kein Buzzword, sondern ein bewährter Standard:

  • 3 Kopien deiner Daten
  • 2 unterschiedliche Medien
  • 1 Kopie außerhalb deines Systems

Für Home Assistant bedeutet das konkret:

  • ein lokales Backup für schnelle Rollbacks
  • ein Netzwerkspeicher (NAS/SMB) als zweites Medium
  • ein externes Ziel, z. B. Cloud oder Offsite‑Storage
Home Assistant Backup Speicherorte

Alles andere ist kein Backup‑Konzept, sondern Hoffnung.

Ich habe in diesem Beitrag bewusst auf die Nabu Casa Cloud als externes Backup Ziel verzichtet. Für die Cloud ist eine Subscription nötig und mein Ziel war es Möglichkeiten ohne zusätzliche Kosten aufzuzeigen. Dennoch kann ich die Nabu Casa Cloud empfehlen. Man unterstützt damit auch die Weiterentwicklung von Home Assistant.

Home Assistant Backup in der Nabu Casa Cloud

Home Assistant Backups richtig konfigurieren

In Home Assistant selbst stehen dir mittlerweile sehr gute Bordmittel zur Verfügung. Wichtig ist, dass du sie bewusst konfigurierst und nicht einfach auf den Standardwerten stehen lässt.

Automatische Backups

Ich setze auf tägliche automatische Backups, zeitlich so gelegt, dass sie nicht mit anderen Wartungsaufgaben kollidieren. Zusätzlich begrenze ich die Anzahl der Backups pro Ziel, damit Speicher nicht unkontrolliert vollläuft.

Automatische Home Assistant Backups

Was gehört ins Backup?

Für ein echtes Worst‑Case‑Backup sichere ich:

  • Konfiguration
  • Add-ons
  • Datenbanken
  • Share‑Ordner
Home Assistant Backup Einstellungen

Ja, das Backup wird größer – aber genau das ist der Punkt. Im Ernstfall möchte ich nichts manuell rekonstruieren müssen.


Verschlüsselung: Dein Notfall‑Set ist entscheidend

Sobald Backups außerhalb deines Systems liegen, ist Verschlüsselung Pflicht. In einem Home‑Assistant‑Backup befinden sich unter anderem:

  • API‑Tokens
  • Zugangsdaten
  • Integrations‑Secrets
  • Informationen über dein Smart Home

Ohne Verschlüsselung liegen diese Daten im Klartext vor.

Das Notfall‑Set

Home Assistant generiert bei der Einrichtung ein Notfall‑Set mit dem Verschlüsselungs‑Key. Dieser Punkt ist kritisch:

Ohne diesen Schlüssel ist ein Restore unmöglich.

Ich speichere das Notfall‑Set:

  • offline
  • redundant
  • getrennt vom System
Home Assistant Backup Verschlüsselungscode

Das ist keine Paranoia, sondern Vorsorge.

Ich nutze dafür eine lokal gehostete Vaultwarden Lösung und speichere dort alle meine Kennwörter und Daten redundant. Der Verschlüsselungscode ist elementar. Ohne sind eure Backups wertlos und ihr könnt diese nicht wiederherstellen.


Backup‑Ziel 1: Lokale Backups

Lokale Backups sind perfekt für:

  • schnelle Rollbacks
  • Fehlkonfigurationen
  • Updates, die schiefgehen

Sie sind kein Schutz vor Hardware‑Ausfall, aber ein wichtiger Baustein. Ich betrachte sie als Komfort‑Backup – nicht als Lebensversicherung.


Backup‑Ziel 2: NAS / SMB‑Freigabe

Als zweites Medium nutze ich eine SMB‑Freigabe auf einem NAS. Das kann ein klassisches NAS sein oder ein Server im Netzwerk.

Wichtig dabei:

  • eigener Benutzer nur für Backups
  • klare Freigaberechte
  • stabiler Netzwerkspeicher

Dieses Ziel deckt bereits viele Ausfallszenarien ab – aber noch nicht alle. In meinem Setup habe ich eine SMB-Freigabe auf einem virtuellen Unraid System im Einsatz. Jede beliebige andere Freigabe , sei es auf einem Synology, QNAP, Terramaster , UGreen – NAS erfüllen aber den gleichen Zweck.


Backup‑Ziel 3: Cloud / WebDAV mit Nextcloud

Für das externe Backup‑Ziel setze ich auf WebDAV, z. B. über Nextcloud. Der große Vorteil: Plattformunabhängig, bewährt und gut integriert.

Zwei‑Faktor‑Authentifizierung richtig lösen

Viele scheitern hier an 2FA. Die Lösung ist kein Abschalten der Sicherheit, sondern:

  • Nutzung eines App‑Passworts
  • 2FA bleibt aktiv
  • Zugriff ist sauber begrenzt

So funktioniert Cloud‑Backup ohne Sicherheitskompromisse. Die Nextcloud ist in einem Rechenzentrum gehostet und wird von mir selber verwaltet. Es können aber genauso auch andere Lösungen angewendet werden. Interessant finde ich z.B. auch SFTP Storage, da man sich so schnell einen eigenen günstigen virtuellen Server für kleines Geld bei IONOS, Hetzner etc.. mieten kann und ohne große Infrastruktur und Verwaltungsaufwand nur mit einem SSH Server eine externe Speicherfreigabe hat.


Der entscheidende Test: Restore im Worst Case

Ein Backup ist erst dann ein Backup, wenn es erfolgreich wiederhergestellt wurde.

Ich habe deshalb bewusst den Worst Case simuliert:

  • bestehende VM außer Betrieb
  • neues System aufgesetzt
  • Restore auf komplett andere Architektur (x86 → ARM)

Home Assistant macht das erstaunlich sauber – wenn das Backup korrekt erstellt wurde. Ich habe mich bewusst auch für eine andere Architektur entschieden, um euch im Video direkt zu zeigen, dass ihr selbst vor einem Wechsel , sei es x86 zu ARM oder ARM zu x86 keine Sorge haben müsst, so lange ihr das Home Assistant OS verwendet.


Typische Probleme nach dem Restore – und wie man sie löst

IP‑Adressen

Nach einem Restore ändern sich oft IP‑Adressen. Das betrifft:

  • MQTT
  • Integrationen
  • externe Dienste

Meine Empfehlung: feste IPs oder DHCP‑Reservierungen.

Grundsätzlich würde ich eine DHCP Reservierung im Router per MAC Adresse bevorzugen, da sie hinterher einfacher zu veralten ist. Das unterstützt mittlerweile jeder halbwegs vernünftige Router. Ihr spart euch so später manuelles „Gefrickel“ nach dem Restore.

USB‑Geräte & Device‑by‑ID

USB‑Sticks (Zigbee, Z‑Wave) sollten immer per Device‑by‑ID eingebunden werden. Dann spielt es keine Rolle, an welchem Port sie stecken – auch nach einem Hardware‑Wechsel. Ich habe mich in meinem Beitrag deshalb bewusst entschieden eine USB-ZigBee Verbindung zu verwenden, um euch dieses Szenario ebenfalls direkt zeigen zu können und die Sorge vor einem Wechsel oder einer Wiederherstellung zu nehmen.


Warum dieses Backup‑Konzept bewusst ausführlich ist

Dieses Setup ist kein Minimal‑Guide. Es ist ein Referenz‑Konzept. Ziel ist nicht, möglichst schnell fertig zu sein, sondern:

  • vorbereitet zu sein
  • reproduzierbar zu bleiben
  • im Ernstfall ruhig reagieren zu können

Ein echtes Backup‑Konzept zeigt seinen Wert nicht im Alltag – sondern dann, wenn alles schiefgeht.


Fazit: Backup ist keine Funktion, sondern ein Prozess

Wenn du aus diesem Beitrag nur eines mitnimmst, dann das:

Ein Backup, das du nie getestet hast, ist kein Backup.

Mit der 3‑2‑1‑Regel, Verschlüsselung, mehreren Zielen und einem getesteten Restore bist du auf der sicheren Seite – auch dann, wenn dein Home‑Assistant‑Server plötzlich nicht mehr startet.



Kurzfassung für Eilige (Backup‑Checkliste)

Wenn du Home Assistant ernsthaft betreibst, solltest du mindestens diese Punkte erfüllen:

  • ✔️ Automatische Backups aktiviert
  • ✔️ Backups verschlüsselt
  • ✔️ 3‑2‑1‑Regel umgesetzt (lokal, NAS, extern)
  • ✔️ Externes Ziel unabhängig vom Home‑Assistant‑System
  • ✔️ Notfall‑Set sicher und offline abgelegt
  • ✔️ Restore mindestens einmal getestet (idealerweise auf anderer Hardware)

Wenn einer dieser Punkte fehlt, ist dein Backup‑Konzept unvollständig.


Typische Fehler bei Home‑Assistant‑Backups

Aus Erfahrung scheitern Backups selten an der Technik, sondern an Kleinigkeiten:

  • Backups werden nie getestet
  • Verschlüsselungs‑Key geht verloren
  • Backups liegen nur lokal
  • Cloud‑Backups ohne Verschlüsselung
  • USB‑Geräte nicht per Device‑by‑ID eingebunden

Diese Fehler fallen meist erst auf, wenn es zu spät ist.


Interne Empfehlungen

💤 Home Assistant Nachtmodus mit Labels – einfache Struktur statt komplizierter Gruppen

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🌙 Warum ich den Nachtmodus neu gedacht habe

Es war wieder Zeit für die Automatisierung des Monats – und diesmal wollte ich bewusst etwas Einfaches zeigen. Etwas, das wirklich jeder in Home Assistant umsetzen kann, ohne sich durch komplexe YAML-Strukturen oder unübersichtliche Gruppen zu kämpfen.

Ich nenne es die „Nachtmodus-mit-Labels-Methode“. Sie hilft, dein Smart Home strukturiert, flexibel und wartungsarm zu gestalten. Und das Beste: Du kannst sie in wenigen Minuten umsetzen.


🏠 Was soll der Nachtmodus eigentlich tun?

Der typische Nachtmodus schaltet im Smart Home:

  • alle Lichter aus,
  • fährt die Rollos herunter,
  • regelt die Heizung runter
  • und deaktiviert unnötige Geräte.

Doch wie immer steckt der Teufel im Detail: Nicht jedes Gerät soll sich ausschalten.
Mein Server zum Beispiel hängt an einem Smart Plug – wenn der ausginge, wäre es schnell vorbei mit Home Assistant. 😅

Früher habe ich das über Gruppen geregelt. Aber Gruppen müssen ständig gepflegt und aktualisiert werden, sobald neue Geräte hinzukommen oder sich Namen ändern. Und das ist genau der Punkt, wo Labels die perfekte Lösung sind.


🏷️ Labels – der Gamechanger für Automatisierungen

Labels sind in Home Assistant ein oft übersehenes, aber mächtiges Feature.
Du findest sie unter
Einstellungen → Bereiche, Labels & Zonen → Labels

Hier kannst du jedem Gerät oder jeder Entität ein oder mehrere Labels zuweisen – und später in Automatisierungen darauf zugreifen.

Ich habe mir also ein Label mit dem Namen „Nachtmodus“ angelegt, mit Symbol 🌙 und einer passenden Farbe. Anschließend weise ich dieses Label einfach allen Geräten zu, die beim Aktivieren des Nachtmodus reagieren sollen:

  • Lampen
  • Wandlampe im Büro
  • Rollos im Schlafzimmer
  • Thermostat im Büro

Fertig – kein manuelles Gruppieren mehr nötig. Ihr verseht nun alle Geräte, die ihr in der Nacht in irgendeiner Art im Zustand verändern wollt mit diesem Label.


💡 Geräte mit Labels verbinden

Damit du den Überblick behältst, kannst du Labels direkt über das Zahnrad-Symbol im Geräte-Menü vergeben.
Ich gehe dabei Schritt für Schritt vor:

  1. Licht auswählen → Zahnrad → Label „Nachtmodus“ hinzufügen
  2. Schalter oder Steckdose → ebenfalls Label hinzufügen
  3. Thermostat → Label „Nachtmodus“ zuweisen
  4. Optional: Abdeckung (Rollo) → Label ergänzen

Ihr könnt auch weitere Geräte, wie ein Türschloss, Mediaplayer etc.. hinzufügen.

Damit ist die Vorarbeit abgeschlossen – jetzt kann die Automatisierung kommen.


⚙️ Die Automatisierung für den Nachtmodus erstellen

Gehe zu
Einstellungen → Automatisierungen & Szenen → Neue Automatisierung erstellen.

Jetzt kommt der wichtigste Teil:
Ich baue eine Automatisierung, die nicht auf feste Entitäten zugreift, sondern nur auf Labels. Dadurch bleibt sie dynamisch.

Schritt 1: Auslöser definieren

Der Auslöser kann frei gewählt werden:

  • ein Schalter am Bett,
  • ein Zigbee-Button,
  • ein Dashboard-Taster,
  • oder eine Sprachsteuerung über Alexa.

Ich verwende meist einen einfachen Schalter und nenne den Auslöser „Nachtmodus aktivieren“.

Schritt 2: Aktionen festlegen

Jetzt werden alle Aktionen hinzugefügt, die über das Label gesteuert werden:

service: light.turn_off
target:
  label: Nachtmodus

Dasselbe Prinzip gilt auch für andere Gerätetypen:

service: switch.turn_off
target:
  label: Nachtmodus

service: climate.set_temperature
target:
  label: Nachtmodus
data:
  temperature: 15

alias: automatischer Nachtmodus
description: ""
triggers: []
conditions: []
actions:
  - action: light.turn_off
    metadata: {}
    data: {}
    target:
      label_id: nachtmodus
  - action: switch.turn_off
    metadata: {}
    data: {}
    target:
      label_id: nachtmodus
  - action: cover.close_cover
    metadata: {}
    data: {}
    target:
      label_id: nachtmodus
  - action: climate.set_temperature
    metadata: {}
    data:
      temperature: 10
    target:
      label_id: nachtmodus
mode: single

Dadurch schaltet Home Assistant alle Geräte mit dem Label „Nachtmodus“ automatisch aus oder regelt sie herunter.
Wenn du später neue Geräte hinzufügst, musst du nur das Label vergeben – keine Änderungen an der Automatisierung nötig!


🔍 Testen und Feinschliff

Ich empfehle, den Nachtmodus zunächst manuell über die drei Punkte in der Automatisierung auszuführen, um zu prüfen, ob alle Geräte reagieren.
Bei mir gingen sofort alle Lichter aus, die Heizung wurde heruntergeregelt – perfekt.

Zur Kontrolle kannst du in den Entitäten nach „Nachtmodus“ filtern. Dort siehst du alle zugehörigen Geräte und deren aktuellen Status.


📈 Warum Labels so viel besser sind als Gruppen

Hier die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

Weniger Pflegeaufwand – keine Gruppen mehr anpassen
Mehr Flexibilität – ein Gerät kann mehreren Labels angehören (z. B. Nachtmodus, Urlaub, Energiesparen)
Bessere Übersicht – klare Struktur im Gerätemanagement
Automatisierungen bleiben unverändert – selbst bei vielen Änderungen im System

Ich nutze Labels inzwischen nicht nur für den Nachtmodus, sondern auch für:

  • Urlaubsmodus
  • Energiesparmodus
  • Szenensteuerungen
  • Zeitgesteuerte Aktionen


🌅 Und am nächsten Morgen?

Natürlich lässt sich die gleiche Logik auch für den Morgenmodus anwenden.
Einfach ein zweites Label anlegen, z. B. „Morgenmodus“, und damit die gewünschten Aktionen starten:

  • Lichter im Flur an
  • Rollos hoch
  • Heizung auf Komforttemperatur

So baust du dir Schritt für Schritt ein modulares Smart Home-System, das leicht zu pflegen ist und immer nachvollziehbar bleibt.


💬 Fazit – Einfach, klar und wirkungsvoll

Mit dem Home Assistant Nachtmodus über Labels erreichst du maximale Kontrolle bei minimalem Aufwand.
Du kannst neue Geräte in Sekunden integrieren, behältst die Übersicht und brauchst keine YAML-Monster oder endlosen Gruppenlisten mehr.

Für erfahrene Nutzer ist es ein effizienter Weg, bestehende Strukturen zu optimieren.
Für Einsteiger ist es die perfekte Methode, Automatisierungen endlich zu verstehen – intuitiv, visuell und sauber aufgebaut.


🤝 Community-Tipp

🔗 Forum: https://community-smarthome.com
💬 Discord: https://smarthomeundmore.de/discord

Dort findest du viele engagierte Mitglieder, die bei Fragen rund um Home Assistant, Automatisierungen und MQTT , EVCC schnell weiterhelfen.

Home Assistant Erfahrungen: Warum ich trotz aller Kritik dabei bleibe!

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Home Assistant Erfahrungen: Warum ich trotz aller Kritik dabei bleibe

Meine Home Assistant Erfahrungen zeigen: Das System ist nicht perfekt – doch ich bleibe trotzdem dabei. Warum? Genau das erkläre ich in diesem Beitrag.

Home Assistant – nicht perfekt, aber wertvoll

Ja, es stimmt: YAML kann anstrengend sein, die Benutzeroberfläche wirkt manchmal chaotisch, und Updates sorgen gelegentlich für mehr Frust als Fortschritt. Und dennoch bleibt Home Assistant mein System der Wahl. Warum? Weil es mehr ist als nur ein Smart-Home-Tool – es ist ein System, das mit mir wächst und das mir auf lange Sicht viele Möglichkeiten eröffnet.

5 Home Assistant Erfahrungen, die mich überzeugt haben

1. Vollständige Kontrolle ohne Cloud-Zwang

Ich bestimme, was passiert. Home Assistant lässt sich komplett lokal betreiben – ohne Abhängigkeit von Cloud-Diensten. Das bedeutet: Auch ohne Internet läuft mein Zuhause stabil weiter. Diese Unabhängigkeit ist besonders wichtig im Hinblick auf Datenschutz und Systemsicherheit. Ich weiß, dass meine Daten auf meinen eigenen Servern bleiben – und das beruhigt ungemein.

2. Gerätevielfalt unter einem Dach

Egal ob Zigbee, WLAN, Bluetooth oder Cloud-Anbindungen wie Home Connect – Home Assistant bringt alles zusammen. Ich nutze Geräte von verschiedensten Herstellern: Fernseher von Samsung, eine Spülmaschine von Siemens, eine Waschmaschine von LG und viele weitere Komponenten. Durch Home Assistant bekomme ich alles unter eine Oberfläche – ein echter Mehrwert im Alltag.

3. Echte Automatisierung mit echtem Nutzen

Mit Home Assistant automatisiere ich nicht nur aus Spaß an der Technik, sondern weil es meinen Alltag erleichtert. Beispiele? PV-Überschussladen mit EVCC, ein Awtrix-Display mit Müllkalender und Timer für den Geschirrspüler oder intelligente Benachrichtigungen. Solche Lösungen sparen mir Zeit, Geld und manchmal auch Nerven.

4. Eine starke Community

Home Assistant lebt von seiner Community. In Foren, auf YouTube oder in Discord-Servern findet man schnell Hilfe, Austausch und neue Ideen. Ich selbst bin durch die Community gewachsen, habe Dinge gelernt und weiterentwickelt. Dieser Zusammenhalt ist ein großer Pluspunkt, den ich nicht mehr missen möchte.

5. Es ist mein System – exakt so, wie ich es brauche

Mein Dashboard sieht heute ganz anders aus als noch vor einem Jahr – weil ich es mir so gestalten kann, wie ich es brauche. Ob einfache Steuerung für die Familie, komplexe Automatisierungen oder benutzerfreundliche Oberflächen – Home Assistant erlaubt mir die komplette Freiheit.

Was passiert, wenn ich mal ausfalle?

Eine häufige und absolut berechtigte Frage aus der Community. Was, wenn ich als zentrale Person für das Smart Home plötzlich ausfalle? Deshalb achte ich darauf, einfache Dashboards für die Familie bereitzustellen, Automatisierungen zu dokumentieren und regelmäßige Backups durchzuführen – z. B. über die Nabucasa Cloud. So bleibt das System auch im Notfall benutzbar und nachvollziehbar.

Updates – aber mit Bedacht

Updates können riskant sein, vor allem direkt nach Veröffentlichung. Ich warte in der Regel bis zum Monatsende mit dem Update und habe mir dafür eine Benachrichtigung eingerichtet. Das erspart mir viele Probleme und lässt anderen den Vortritt, neue Bugs zu entdecken.

Fazit – Home Assistant ist nicht perfekt. Aber es ist einzigartig.

Trotz aller Kritik bleibe ich bei Home Assistant. Die Möglichkeiten sind enorm, die Anpassbarkeit ist groß und der Community-Support ist herausragend. Wer bereit ist, sich einzuarbeiten, wird mit einem System belohnt, das individuell, zuverlässig und leistungsfähig ist – und das ohne Lizenzkosten.

Wie siehst du das?

Was sind deine Gründe, bei Home Assistant zu bleiben – oder vielleicht auch zu wechseln? Schreib mir gerne einen Kommentar oder diskutiere mit in der Community. Ich bin gespannt auf deine Sichtweise!

Ein Blick zurück – Meine Anfänge mit Home Assistant

Als ich mit Home Assistant begonnen habe, war ich begeistert, als ich das erste Mal Sensordaten auslesen konnte. Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich zum ersten Mal einen einfachen Temperatursensor in meinem Dashboard angezeigt bekam. Das klingt rückblickend banal – aber es war der erste Schritt in eine neue Welt. Eine Welt voller Möglichkeiten, in der ich Stück für Stück gewachsen bin, zusammen mit den Herausforderungen, die dieses System mit sich bringt.

Wachstum durch Herausforderungen

Home Assistant ist nicht nur ein System, es ist ein Prozess. Ich habe erlebt, wie aus einfachen Automatisierungen wie dem Ein- und Ausschalten von Licht komplexe Abläufe wurden: PV-Überschussmanagement, Speicherlogik, Awtrix-Anzeigen mit Live-Daten und vieles mehr. Mit jedem neuen Anwendungsfall wurde ich sicherer, kreativer und effizienter. Das System hat mir die Möglichkeit gegeben, auf reale Anforderungen in meinem Alltag zu reagieren – und das mit einem hohen Maß an Individualisierung.

Familienfreundlich – oder nur was für Nerds?

Ein Kritikpunkt, der häufig auftaucht – und den ich auch verstehe – betrifft die Nutzbarkeit im Familienkontext. Was passiert, wenn die eine Person ausfällt, die alles eingerichtet hat? Genau hier setze ich an: mit Dokumentation, vereinfachten Dashboards, klar benannten Automationen und einem abgestuften Systemverständnis. Meine Frau soll nicht YAML-Dateien durchforsten, sondern einfach das Licht einschalten können, wenn der Bewegungsmelder mal streikt. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern notwendig – für jedes ernst gemeinte Smart Home Setup.

Community – das vielleicht größte Feature

Neben allen technischen Vorzügen darf man eines nicht vergessen: Die Home Assistant Community ist unglaublich aktiv und hilfsbereit. Egal ob in Foren, auf Discord, YouTube oder Reddit – die Geschwindigkeit, mit der Fragen beantwortet und Probleme gelöst werden, ist beeindruckend. Ich selbst habe unzählige Impulse aus der Community bekommen, bin mit Entwicklern ins Gespräch gekommen und habe sogar Funktionen mitgestaltet. Diese Dynamik findet man so in kaum einem anderen Smart Home System.

Mein Setup heute – und wie es sich verändert hat

Wenn ich mein heutiges Home Assistant Setup mit dem von vor Jahren vergleiche, liegen Welten dazwischen. Was als Spielerei mit ein paar Sensoren begann, ist heute eine zentrale Steuerungsinstanz meines Hauses. Es gibt Automationen für Energieoptimierung, Sicherheitsfunktionen, Erinnerungen an Mülltage, Statusanzeigen, anwesenheitsbasierte Aktionen und vieles mehr. Und das Beste daran: Alles genau so, wie ich es brauche – nicht wie ein Hersteller es mir vorgibt.

Wohin geht die Reise?

Ich glaube nicht, dass Home Assistant je ‚fertig‘ ist – und das ist auch gut so. Neue Geräte, neue Anforderungen und neue Ideen aus der Community sorgen ständig für Weiterentwicklung. Ob neue Dashboard-Konzepte, Integrationen wie Matter oder clevere Visualisierungen mit Grafana – ich freue mich auf alles, was kommt. Und ich bleibe dabei – weil ich weiß, dass ich ein System nutze, das sich meinen Bedürfnissen anpasst. Nicht umgekehrt.

👉 Lies auch: Was mich an Home Assistant nervt !

💬 So schützt ihr euer Zuhause mit Home Assistant vor der eigenen Vergesslichkeit

🔒 Mehr Sicherheit im eigenen Zuhause – ohne Alarmanlage! Vergesslichkeit kann schnell zu einem Problem werden: Offene Fenster, offene Türen oder ein laufendes Gerät können im Alltag leicht übersehen werden. Genau hier kann Home Assistant helfen! 🏡✨ In diesem Video zeige ich euch zwei einfache Möglichkeiten, um euer Zuhause sicherer zu machen – nicht durch eine klassische Alarmanlage, sondern durch intelligente Automatisierungen, die eure Vergesslichkeit ausgleichen.

🔹 **Variante 1:** Eine schnelle und einfache Lösung – leicht umzusetzen und sofort nutzbar.

🔹 **Variante 2:** Eine elegantere, flexiblere Methode für alle, die es noch smarter möchten.

Mit Home Assistant könnt ihr alltägliche Risiken minimieren und euer Smart Home noch nützlicher gestalten. Seid gespannt! 🚀

Diesen Sensor verwende ich sehr gerne für meine Türen und Fenster *:

Die beiden Automatisierungsbeispiele aus dem Video:

alias: Warnung vor einer offenen Tür
description: ""
triggers:
  - trigger: state
    entity_id:
      - input_boolean.notify_night
    to: "on"
  - trigger: numeric_state
    entity_id:
      - zone.home
    below: 1
conditions:
  - condition: state
    entity_id: binary_sensor.gruppe_aller_turen
    state: "on"
actions:
  - action: notify.mobile_app_iphone_tobias
    metadata: {}
    data:
      title: Hausinformation
      message: Es ist noch eine Türe geöffnet
mode: single

Automatisierung 2

alias: Warnung vor einer offenen Tür 2
description: ""
triggers:
  - trigger: state
    entity_id:
      - input_boolean.notify_night
    to: "on"
  - trigger: numeric_state
    entity_id:
      - zone.home
    below: 1
conditions:
  - condition: template
    value_template: |-
      {{ expand(states.binary_sensor)
        | selectattr('state', 'eq', 'on')
        | selectattr('attributes.device_class', 'eq', 'door')
        |rejectattr('entity_id', 'in' , ['binary_sensor.geschirrspuler_door'])
        | map(attribute='name')
        | list | count > 0
      }}
actions:
  - action: notify.mobile_app_iphone_tobias
    metadata: {}
    data:
      title: Hausinformation
      message: >-
        Es ist noch geöffnet: {{ expand(states.binary_sensor)   |
        selectattr('state', 'eq', 'on')   |
        selectattr('attributes.device_class', 'eq', 'door')  
        |rejectattr('entity_id', 'in' , ['binary_sensor.geschirrspuler_door'])  
        | map(attribute='name')   | list | join('\n') }}
mode: single

Weitere Videos, die zur Umsetzung hilfreich sein könnten und im Video erwähnt wurden:

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